FABIAN

SIMMANK

#beneuroday: Hallo Fabian und herzlich willkommen als Speaker auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017. Genau wie letztes Jahr wollen wir auch diesmal jedem Präsentierenden die Möglichkeit geben, sich unseren Besuchern kurz vorzustellen... darum: wer bist du und was machst du so im „normalen“ Leben?

 

Antwort: Hallo Benny. Ich denke, ich bin nicht der Einzige hier, der über die Wissenschaftsschiene kommt, selbst in der Forschung tätig ist und gleichzeitig motiviert ist, die Denkansätze und Studienerkenntnisse in die Alltagswelt zu überführen. Das hat mich schon immer gereizt und ich arbeite daran, das in verschiedenen Konstellationen voranzubringen, unter anderem mit meinen Partnern im gemeinsamen Institute for Cognition & Communication in München.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei für mich auch die unternehmensethische Perspektive, speziell der Aspekt der moralischen Orientierung des Einzelnen und das Zustandekommen von Kooperation. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn diese „Kooperationskoordination“ sehe ich auch aus der praktischen Sicht der Geschäftsmodellentwicklung als zentral an und beschäftige mich viel mit sozialunternehmerischen Initiativen.

 

#beneuroday: Das schwierige, aber auch spannende an Neuromarketing ist, dass jeder durch seinen Hintergrund und seine Vorerfahrungen eine etwas andere Sichtweise mitbringt. Wie bist du zum Neuromarketing gekommen?

 

Antwort: Mich interessiert das Wechselspiel von Idee und Aktion, von Modell und Realität – und wo lässt sich das besser beobachten als im alltäglichen Wirtschaftstreiben: Echte Menschen mit aufwallenden Gefühlen und irrationalen Motiven benutzen so etwas Abstraktes wie Geld (oder sogar Kreditkarten), um sich Dinge zu kaufen, die entkoppelt von sämtlichen Herstellungskosten ihre ganz eigene Bedeutungsebene entfalten. So etwas muss man doch spannend finden.

 

#beneuroday: Du wirst auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017 einen Vortrag zum Thema „Spieglein, Spieglein an der Wand … 7 kurze fMRT-Weisheiten“ halten. Was können die Besucher erwarten? Gib uns einen kleinen Vorgeschmack!

 

Antwort: Im Wesentlichen geht es mir darum, festzustellen, dass in der Konsumentenforschung – so wie oft im Leben – die Antworten höchstens so gut sind wie die Fragen, die man gestellt hat. Dem will ich etwas näher auf den Grund gehen und ein paar Handwerkzeuge vorstellen, um die Entwicklung einer guten Fragestellung zu schärfen, besonders wenn es um funktionelle Magnetresonanztomografie geht. Sofern es mir nicht selbst auf die Nerven geht, werde ich das hier und da in einen märchenhaften Kontext einbetten.

 

#beneuroday: Bitte ergänze die folgenden Teilsätze:

 

Neuromarketing ist für mich… eine Party mit Forschern, Verkäufern und Kreativen in einen Raum, die sich gut unterhalten.

 

Mit Neuromarketing sollte man sich beschäftigen, weil… zu oft die Marktwirtschaft als gegebene Struktur, in die man sich einordnen muss, gesehen wird. Wenn wir die Mechanismen herunterbrechen auf die Individualebene, sehen wir besser, dass wir selbst die Rahmenbedingungen der Wirtschaft mitgestalten können. Damit will ich nicht die Marktwirtschaft in Frage stellen, sondern den Einzelnen ermächtigen, sinnstiftendes Konsumverhalten an den Tag zu legen.

 

Von Neuromarketing profitiert am meisten… im Idealfall jeder; ich bin überzeugt, der aufgeklärte Verbraucher, der nicht auf jeden Taschenspielertrick der Preispsychologie hereinfällt, macht das Metier nur stärker.

 

Ich freue mich auf den Berlin Neuromarketing Day, weil... ich gespannt bin auf die unterschiedliche Motivation der Teilnehmer und einen offenen, kreativen und konstruktiven Austausch erwarte.

 

#beneuroday: Letzte Frage: Diesmal wird es auf dem Berlin Neuromarketing Day erstmalig drei Paralleltracks geben. Für Besucher bedeutet das: Sie haben die Qual der Wahl. Um es ihnen ein bisschen leichter zu machen: Was ist der eine Grund, warum man deinen Vortrag auf keinen Fall verpassen sollte?

 

Antwort: Das Spieglein an der Wand zu befragen mag schmeichelhaft sein, aber Schneewittchen wird man damit nicht finden. Daher sollte man zunächst sich selbst in die Augen schauen und überlegen, was man eigentlich braucht. Jeder, der nicht hinter den Sieben Bergen sitzen will, sollte vorbeikommen.

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Benny B. Briesemeister

Marwitzer Straße 54a

13589 Berlin