Robertino

Pereira

#beneuroday: Hallo und herzlich willkommen als Speaker auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017. Genau wie letztes Jahr wollen wir auch diesmal jedem Präsentierenden die Möglichkeit geben, sich unseren Besuchern kurz vorzustellen... darum: wer bist du und was machst du so im „normalen“ Leben?

 

Antwort: Eine interessante Frage nach meinem „normalen“ Leben. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Arbeitsleben so „normal“ ist. Ich arbeite mit Unis und Unternehmen und berate diese bei der Auswahl von Technologien wie zum Beispiel Eyetracking, GSR, Facereading, EEG für Forschung rund um menschliches Verhalten. Das beinhaltet ein recht weites Feld von Konsumentenforschung, Neuro-Marketing, Media- und UX-Research, über Psychologie, Linguistik, Fahrsicherheit, Sport- Wissenschaften bis hin zu Pharma-Forschung und der Entwicklung von Tools zur Diagnostik und Therapie einiger Krankheiten. Abgesehen von der Beratung welche Technologien sich für Forschungsprojekte am besten eignen, helfe ich auch beim Design von Studien und manchmal auch bei der Durchführung und Analyse. Für ein paar Jahre habe ich das in Deutschland und Zentral- Europa gemacht, bin dann für einige Jahre nach Südamerika gegangen und arbeite derzeit hauptsächlich mit Kunden in England und Irland.

Nebenher spiele ich Lacrosse.

Alles nicht so ganz normal, was natürlich die Frage nach meinem Lebens abseits der Normalität offen lässt!

 

#beneuroday: Das schwierige, aber auch spannende an Neuromarketing ist, dass jeder durch seinen Hintergrund und seine Vorerfahrungen eine etwas andere Sichtweise mitbringt. Wie bist du zum Neuromarketing gekommen?

 

Antwort: Ich habe Marketing studiert und in meinen Büchern wurden Techniken wie Eyetracking oder Hautleitwiderstand erwähnt, aber die Abbildungen und Erklärungen machten deutlich, dass diese Tools im Grunde zu teuer und zu kompliziert sind, um wirklich benutzt zu werden. Während meiner Zeit bei der Deutschen Post habe ich mehr über die Voegele Dialogmethode gelernt, die auch auf den Ergebnissen von Eyetracking-Forschung beruht. Die Systeme, die damals aber dafür benutzt wurden, verstärkten nur den Mythos aus den Büchern. Als ich dann 2008 das erste Mal einen relativ modernen Tobii Eyetracker gesehen habe, war mir sofort klar, dass hier ein riesiges Potential existiert und es mittlerweile viel einfacher war diese Tools zu nutzen. So langsam kamen andere Tools wie Hautleitwiderstand, Facereading und EEG hinzu, die je nach Projekt einen Mehrwert boten. In Südamerika habe ich dann zwei „Diplomados“ entwickelt, um Studenten das Thema näher zu bringen und zu zeigen, dass die Technik und Techniken, die heute zur Verfügung stehen, keine Science Fiction mehr sind und auch für kleinere Projekte sinnvoll sein können.

 

#beneuroday: Du wirst auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017 einen Vortrag zum Thema Facial Coding in der Praxis halten. Was können die Besucher erwarten? Gib uns einen kleinen Vorgeschmack!

 

Antwort: Facial Coding war lange Zeit ein aufwändiger und manueller Prozess bei dem Videos Frame by Frame von Experten untersucht wurden und individuelle Gesichtsausdrücke gecoded wurden, um Emotionen vom Gesicht ablesen zu können. Durch den manuellen Aufwand war das Ganze aber teuer und lohnte sich kaum. Heutzutage kann Software das viel schneller und kostengünstiger machen und macht es dadurch zu einem spannenden Tool zur Messung der Emotionalität im Bereich Media-Research; auch für kleine Projekte mit engen Deadlines. Obwohl die Technik viele neue, spannende Möglichkeiten bietet, gibt es wie bei jedem Tool natürlich auch Grenzen. Im Vortrag

präsentiere ich einige Beispiele wo Facial Coding einen interessanten Mehrwert geliefert hat aber auch wo es an seine Limits stieß.

 

 

#beneuroday: Bitte ergänze die folgenden Teilsätze:

 

Neuromarketing ist für mich… ein Modewort dass mit Vorsicht zu benutzen ist.

 

Mit Neuromarketing sollte man sich beschäftigen, weil… es wesentlich besser Verhalten vorhersagen und vor allem erklären kann als traditionelle Methoden und es die Optimierung von Marketing-Maßnahmen viel einfacher macht.

 

Von Neuromarketing profitiert am meisten… wer am Marketing für Produkte und Services beteiligt ist (im Grunde jeder) und ein bisschen Hintergrundwissen hat um Studien-Ergebnisse auch einmal hinterfragen zu können.

 

Ich freue mich auf den Berlin Neuromarketing Day, weil... es ein ganzer Tag vollgepackt mit interessanten Vorträgen über menschliches Verhalten wird!

 

#beneuroday: Letzte Frage: Diesmal wird es auf dem Berlin Neuromarketing Day erstmalig drei Paralleltracks geben. Für Besucher bedeutet das: Sie haben die Qual der Wahl. Um es ihnen ein bisschen leichter zu machen: Was ist der eine Grund, warum man deinen Vortrag auf keinen Fall verpassen sollte?

 

Antwort: Die meisten Vorträge zeigen vor allem erfolgreiche Case Studies und nicht die Hindernisse und Probleme auf dem Weg. Wie wir aber alle wissen sind die meisten Studien in der Realität nicht immer so einfach wie es dann im Vortrag aussieht. Ich möchte vor allem zeigen wie das Tool in alltäglichen Studien sinnvoll angewendet werden kann und welche Daten hinterfragt werden müssen.

 

 

 

 

 

 

Dr. Benny B. Briesemeister

Marwitzer Straße 54a

13589 Berlin