SONJA

SCHILLER

#beneuroday: Hallo Sonja und herzlich willkommen als Speaker auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017. Genau wie letztes Jahr wollen wir auch diesmal jedem Präsentierenden die Möglichkeit geben, sich unseren Besuchern kurz vorzustellen... darum: wer bist du und was machst du so im „normalen“ Leben?

 

Antwort: Hallo Benny, vielen Dank für den herzlichen Empfang! „Wer bin ich?“ Ist das schon eine (philosophisch angehauchte) Neuromarketing-Frage oder möchtest du etwas über meine Eckdaten erfahren? ;) ... Ich bin 40 Jahre alt und biete mit neuro.works den ersten Neuro-Check für Webseiten an. Ich liebe es, zu reflektieren. Sowohl mich selbst als auch andere. Das ist etwas, was mich beruflich und gleichermaßen auch privat treffend charakterisiert. Beruflich nutze ich diese analytische Vorliebe, um auf Webseiten, Details zu identifizieren, die ein Verstehen und folglich auch Handeln erschweren oder sogar vereiteln. Dazu habe ich einen ganz eigenen Ansatz entwickelt, in dem ich Webtrackingdaten (also Nutzer- und Nutzungsdaten) auswerte und diese mit Erkenntnissen aus der Psychologie und den Neurowissenschaften in Verbindung bringe. Aus dem Webtracking lässt sich sehr viel ableiten, was die Erwartungen an die Website und die tatsächliche User Experience angeht. So lässt sich erkennen, welche Webseiten die Nutzererwartung nicht hinreichend erfüllen. Diese Seiten nehme ich genauer unter die Lupe und betrachte sie unter dem Aspekt der Hirnfreundlichkeit. Darunter verstehe ich eine Präsentation von Botschaft und Gestaltung, die das Gehirn intuitiv (also vor allem schnell) versteht, ohne großartig Energie für komplexes Denken investieren zu müssen. Irritationen auf Webseiten sind der häufigste Grund, warum für den User komplexes Denken über die Maßen erforderlich wird. Komplexes Denken ist anstrengend, macht müde und kostet Zeit. Wer auf Webseiten trifft, die er als anstrengend empfindet, ist schnell wieder weg und schaut sich beim Wettbewerber vorbei, ...um dort zu kaufen.

 

Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, meine Ideen und Gedanken einem ausdrücklich „Neuro- interessierten“ Publikum vorstellen zu können.

 

#beneuroday: Das schwierige, aber auch spannende an Neuromarketing ist, dass jeder durch seinen Hintergrund und seine Vorerfahrungen eine etwas andere Sichtweise mitbringt. Wie bist du zum Neuromarketing gekommen?

 

Antwort: Ich war einige Jahre bei einem Versandhändler für die Neukundengewinnung verantwortlich. Unter anderem war natürlich auch Online ein Kommunikations- und Vertriebskanal. Darüber kam ich erstmals zum Suchmaschinenmarketing (SEO und SEA), das damals noch in den Kinderschuhen steckte. Ich war erstaunt und begeistert, wie viel sich aus dem Suchverhalten über (erfüllte und enttäuschte) Erwartungen der Nutzer ableiten lässt, wenn man die Analysedaten richtig auswertet. Da ich mich schon seit ich denken kann dafür interessiere, wie und warum Menschen ihre Entscheidungen so treffen wie sie es tun, bin ich dem logischen Pfad einfach gefolgt, um noch mehr zu erfahren und zu lernen. Um meinen Wissensdurst zu stillen, habe ich immer wieder nach geeigneter Lektüre gesucht, die meine Annahmen stärken und mich um neue Sichtweisen und Erkenntnisse bereichern. 2015 habe ich dann von einem internationalen Weiterbildungsprogramm zum Neuromarketing Manager erfahren. Das in jeder Hinsicht sehr intensive 1-jährige Programm war die lehrreichste und erfüllendste Lernzeit meines Lebens. So kam ich zum Neuromarketing. Es war und ist meine absolute Leidenschaft.

 

#beneuroday: Du wirst auf dem Berlin Neuromarketing Day 2017 einen Vortrag zur Anwendung von Neuromarketing Erkenntnissen in der Praxis halten. Was können die Besucher erwarten? Gib uns einen kleinen Vorgeschmack!

 

Antwort: Wenn es um die Erstellung, Analyse oder Optimierung von Webseiten geht, stelle ich immer wieder fest, wie wenig das Wissen um grundlegende gestalterische und psychologische Wirkprinzipien verbreitet ist. Oder zumindest mangelt es an deren Anwendung auf Webseiten. Unternehmer und selbst Designer sind von dem subjektiven visuellen Eindruck eines schicken Layouts (und ihrer Eitelkeit) offenbar so stark beeinflusst und abgelenkt, dass eine analytische Design- und Content-Analyse ausbleibt. Dadurch wird die wertvolle Chance verschenkt, Nutzer gezielt zu lenken. Es scheint mental eine unangenehm große Anstrengung zu bedeuten, Webseiten systematisch nach verletzten Gestaltungs- oder Wirkprinzipien zu analysieren. Oder mit einfacheren Worten: Es entspricht nicht der menschlichen Natur, dies zu tun. Und das, obwohl sich – rational und ökonomisch betrachtet – genau damit, sehr viele Fehler und Stolperfallen im Design und der Informationsarchitektur identifizieren ließen. Solche Hürden bedeuten teilweise sehr empfindliche Umsatzeinbußen. Zumindest beobachte ich das Phänomen, das Unternehmen eher Unsummen in Werbung für mehr Besucher investieren als frühzeitig in eine solide Analyse ihrer Website und ihrer Webtrackingdaten. Das ist rational nicht zu erklären. Mit einem Neuro-Check für Webseiten lässt sich im Online-Marketing jedenfalls eine Menge Geld sparen.

 

In meinem Vortrag möchte ich ein Bewusstsein wecken für die Macht, die in der Einhaltung (oder Verletzung) universeller Neuro-Prinzipien liegt. Jeder kann ein Basis-Set an Neuro-Prinzipien erkennen... wenn er nur weiß, worauf konkret zu achten ist.

 

 

#beneuroday: Bitte ergänze die folgenden Teilsätze:

 

Neuromarketing ist für mich… im weitesten Sinne Werbe- und Verkaufskommunikation, die sich einerseits an dem orientiert, was Menschen wirklich bewegt und andererseits so intuitiv verstehbar ist, dass sich unser Gehirn mühelos damit zurechtfindet und wohlfühlt. Um herauszufinden, wie unser Gehirn (und andere Teile unseres Nervensystems) funktionieren bzw. aktiv

 

Mit Neuromarketing sollte man sich beschäftigen, weil… es ein mächtiges und universelles Hilfsmittel ist, um Beziehungen – nicht nur im Marketing – zu verbessern. Leider kann es (wenn es in falsche Hände gerät) Beziehungen auch verschlechtern. Wer sich mit Neuro-Prinzipen auskennt, kann solche Absichten leichter durchschauen. Ich halte Neuro-Kenntnisse für wichtig, weil die Qualität unserer Beziehungen interdisziplinär über Erfolge und Misserfolge entscheidet. Das gilt im Marketing, im Verkauf, in Recruiting-Prozessen, in Change-Prozessen, in der Personalführung, aber auch in der Politik und natürlich auch privat.

 

Von Neuromarketing profitiert am meisten… wer’s mit Weitblick und Empathie einsetzt. Wenn Neuromarketing gut gemacht ist, fühlen sich ALLE Beteiligten damit wohl: Die, die’s beauftragen und auch die, für die es letztendlich bestimmt ist – die Kunden. Zumindest ist das MEIN Verständnis von gutem und profitablem Neuromarketing.

 

Ich freue mich auf den Berlin Neuromarketing Day, weil... es einfach ein wunderbar erfüllendes Erlebnis ist, sich mit Menschen auszutauschen, die – genau wie ich neurobegeistert – sind.

 

#beneuroday: Letzte Frage: Diesmal wird es auf dem Berlin Neuromarketing Day erstmalig drei Paralleltracks geben. Für Besucher bedeutet das: Sie haben die Qual der Wahl. Um es ihnen ein bisschen leichter zu machen: Was ist der eine Grund, warum man deinen Vortrag auf keinen Fall verpassen sollte?

 

Antwort: Wer meinen Vortrag verpasst, verzichtet auf die einzigartige Chance, in nur 30 Minuten wirklich mächtige und universell anwendbare Neuro-Prinzipien kennenzulernen, mit denen jede Website ihre Performance (messbar!) steigern kann. Ich stelle ganz konkrete Kriterien vor, mit denen jeder einen ersten Neuro-Check für seine Webseite (oder die der Mitbewerber) erstellen kann.

 

 

 

 

 

 

Dr. Benny B. Briesemeister

Marwitzer Straße 54a

13589 Berlin